Für den Thunersee ein Novum: Mitglieder der «Dienstagstaucher» installieren zum Vereinsjubiläum im See unter der Krattighalde ein künstliches Riff. Die Baubewilligung ist nun erteilt worden. ? Mirko Bleuer Die Berner Tauchgruppe «Dienstagstaucher» kann heuer ihr zehnjähriges Bestehen feiern. Die Mitglieder nahmen die Feier zum Anlass, dem Thunersee etwas zurückzugeben: Sie wagen ein Experiment und installieren am 5. Oktober bei der Krattighalde ein künstliches Riff. Dieses wird aus zehn Zementkugeln, so genannten Riffbällen, bestehen. Die Berner Baufirma Ramseier besorgte den Guss mit phneutralem Spezialbeton und bringt die bis zu einer Tonne wiegenden Gebilde ins Oberland. Den Wassertransport übernimmt der Motorbootclub Thunersee (MCT). Nachdem sich Verzögerungen wegen der Baubewilligung ergaben, steht dem Vorhaben nun nichts mehr im Wege: das Frutiger Regierungsstatthalteramt eröffnete der Gruppe vergangene Woche den positiven Entscheid. Know-how aus Amerika Die amerikanische Firma Reefballs Inc. entwickelte ein Verfahren zur Entwicklung der Unterwasserwelt. Die Methode mit Betonriffen ist heute weltweit verbreitet. Über 200 000 Kugeln sind schon versenkt worden. Der zuständige Partner für derartige Vorhaben in der Schweiz ist die Stiftung Project A.w.a.r.e. Gegründet hat das Non-Profit-Unternehmen die Firma Padi, die weltgrösste Tauchausbildungsorganisation mit Sitz im Kanton Zürich. Die Stiftung stellt interessierten Organisationen die Gussformen zur freien Verfügung. Bereits wurde in der Schweiz im Genfer-, Zürich- und Bodensee je ein Riff versenkt. Nach einiger Zeit werden die Kugeln überwachsen sein und voller Leben stecken. Im Süsswasser gehören vor allem Laichgras und Algen zu den Profiteuren ? dass farbige Südseeriffe im Thunersee wachsen würden, ist höchstens ein Fiebertraum. Unterwasser-Fronarbeit Die Projektverantwortlichen ? René Beyeler, Rony Steimle und Matthias Fischer ? wendeten bisher rund 200 Stunden fürs Projekt auf. Sie sind froh, dass einige Sponsoren ins Vorhaben eintauchten. «Die Kosten für die Tauchgruppe sind dank dieser Sponsoren erträglich. Dennoch kommen wir Unterwasser- Enthusiasten nicht umhin, viel Fronarbeit zu leisten», sagt Beyeler. Die Gruppe musste sich zudem verpflichten, nach der Installation die Entwicklung mindestens drei Jahre mitzuverfolgen. Das Internet wird als Informationsplattform dienen. Gerichtsentscheid bremste Bereits im Vorfeld wurden umfassende Abklärungen für das Vorhaben getroffen. Die Fischereiaufsicht gab den Segen, ebenso das Schifffahrtsamt. Dieses verordnete dem Riff eine Mindesttiefe, damit auch bei sehr tiefem Wasserpegel keine Kollision mit Schiffen möglich ist. Die Seepolizei fand Gefallen am Vorhaben und hat das flache, rund sieben bis zehn Meter tiefe Areal beim Restaurant Lido da Elio gleich selbst vorgeschlagen. Der Weg über Wasser blieb dennoch steinig für die Taucher. Just eine Woche, bevor Mitte August das Baugesuch beim Regierungsstatthalteramt Frutigen eingereicht wurde, erliess das Bundesgericht ein folgenschweres Urteil. Das Bauen ausserhalb der Bauzonen fällt nun in den Zuständigkeitsbereich des Kantons, genauer des Amtes für Gemeinden und Raumordnung (AGR). Das Gesuch musste ans AGR weitergereicht werden. Der angesetzte Bautermin vom 14. September fiel damit regelrecht ins Wasser. Nun sind diese Hürden genommen. «Einsprachen sind keine eingegangen und die Behörden unterstützten uns nach Kräften», ist Taucher Beyeler dankbar. Was lange währt? Am kommenden Samstag ab 10 Uhr schreiten jetzt die «Dienstagstaucher» aktiv zur Tat. Ein grosser Kran wird die Kugeln vom Ufer ins Wasser heben. Dank grossen Schwimmkörpern können sie mit Booten vom MCT an die endgültige Stelle manövriert werden. Zum Schluss werden Taucher die Riffbälle auf dem Seegrund platzieren....
Bärgjodler Aeschiried feiern Die Bärgjodler Aeschiried freuen sich, am 12. Oktober ihr 25-Jahr- Jubiläum feiern zu können. Die hiesige Jodlergruppe Alpengruss Aeschiried wird mithelfen, den Abend abwechslungsreich zu gestalten. Einen weiteren speziellen Auftritt wird das Jodlerterzett Bumbach bestreiten. Während des Konzerts und im zweiten Teil spielt das bekannte Handorgelduett Rickenbacher/ Heinzer aus Illgau. Im Oktober 1976 wagten neun singfreudige Männer und Frauen die ersten Schritte als Gemischte Jodlergruppe. Seit 25 Jahren macht es sich Sami Luginbühl als Dirigent zur Aufgabe, vorwiegend ältere, unbekannte Lieder einzuüben. Die Naturjodel stammen fast ausschliesslich von Christian Däpp. Eine Festschrift wurde zu diesem Anlass verfasst, die am Konzertabend aufgelegt wird. Mit ihrem Jubiläumskonzert starten...
kann Geld sparen: Die Lärmschutzmassnahmen bei der Schiessanlage Hofmättli genügen ? eine Sanierung eines Wohnhauses für über 70 000 Franken ist nicht mehr nötig. ? Martin Hasler Die lärmtechnische Sanierung der Schiessanlage Hofmättli in Uetendorf hat eine bewegte Geschichte. Auffälligste bauliche Sanierungsmassnahme ist die Lärmschutzwand, die parallel zur Schussrichtung zwischen der Schiessanlage und dem Dorf steht. Diese Wand war ursprünglich auf einer Länge von 174 Metern vorgesehen, stiess aber aus Gründen des Landschaftsschutzes auf einige Opposition (wir berichteten). In der Folge konnte sie schliesslich erheblich reduziert werden. Sie ist jetzt 100 Meter lang und statt der vorgesehenen 3,9 Meter lediglich 3,5 Meter hoch. Und wenn nicht geschossen wird, kann die Wand sogar auf unter zwei Meter abgesenkt werden. Diese auch für die Gegnerschaft akzeptable Lösung wurde möglich, weil im Schützenhaus auch Schiesstunnel und Schiessblenden installiert wurden. Und weil neben den reduzierten Schiesstagen als weiterer Kompromiss die Sanierung des Gebäudes an der Dorfstrasse 56 geplant....
Künstliches Riff im Thunersee: adk. Der Verein Dienstagstaucher hat am Samstag vor der Krattighalde bei Faulensee zehn Riffblöcke im Thunersee versenkt. Die bis zu 700 Kilogramm schweren Zementelemente sollen den toten Uferstreifen beleben und den Tauchern einen attraktiven Tauchplatz bieten. Das Barriereriff liegt in einer Tiefe von rund 10 Metern. Finanziell unterstützt wird der Bau des künstlichen Riffs von der weltgrössten Tauchorganisation Padi. Sie will in den kommenden drei Jahren beobachten, wie sich das Leben im Thunersee entwickelt. Nach ersten Versuchen im Zürichsee hat Padi festgestellt, dass die Renaturierungsbedingungen ab einer Tiefe von 13 Metern nicht mehr optimal sind. Der «Bund» hat sich am Sonntag auf die Suche nach dem Riff gemacht ? und fischte lange im Trüben. Seite
Künstliches Riff soll toten Uferstreifen beleben THUNERSEE/ Am Samstag versenkte der Verein Dienstagstaucher Bern vor der Krattighalde bei Faulensee zehn Riffblöcke. Mit diesem künstlichen Barriereriff will der Verein Leben in den toten Uferstreifen bringen und einen attraktiven Tauchplatz bieten. Unterstützt wird das Vorhaben von der weltgrössten Tauchorganisation. Der «Bund» hat sich am Sonntag auf die Suche nach dem Riff gemacht.